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SHORTCUTZ – ein portugiesisches Kurzfilmfestival in Berlin

Foto: © Shortcutz Berlin – 2013

Eine halbdunkle Bar voller Leute mitten im Herzen der alternativen Szene von Berlin-Kreuzberg, zwischen Rauch und Bier werden Kurzfilme gezeigt, die nicht in die Muster des Mainstreams passen, die Gäste können ungestört mit den Filmemachern plaudern. Wenn man es so beschreibt, klingt es wie ein typisches Kulturevent in Berlin – wenn da nicht die vielen Sagres-Flaschen wären, die Organisation nicht in den Händen einer Portugiesin läge und die Idee nicht aus Lissabon stammen würde.

Das Festival Shortcutz – Kurzfilmfestival – wurde von dem Portugiesen Rui de Brito, Direktor der Lissaboner Produktionsfirma Subfilmes, ins Leben gerufen. Am Anfang gab es nur Vorführungen in Lissabon, nachdem das Festival bekannter wurde auch in Porto, London, Berlin, Madrid und Amsterdam.

Das Format ist in allen Städten gleich: Jede Woche werden 3 Kurzfilme gezeigt, die von dem Regisseur oder jemandem aus der Filmcrew vorgestellt werden. Ein Kurzfilm ist eingeladen (aus dem In- oder Ausland), die anderen zwei sind Teil des Wettbewerbs. Am Ende eines jeden Monats wird ein Gewinnerfilm gekürt. Die Goldene Regel lautet, dass die Filme neu sein müssen (nicht älter als ein Jahr) und es eine Verbindung zu dem Land geben muss, in dem sie gezeigt werden, entweder durch die Regie, die Produktion oder den Drehort. Im Falle von Berlin müssen die Filme auch auf Englisch oder englisch untertitelt sein, damit sie auch das internationale Publikum dieser Stadt, das (noch) kein Deutsch kann, verstehen kann.

Die Filme werden immer mittwochs gezeigt, der Eintritt ist frei. Für die Gruppe in Berlin ist u.a. die Portugiesin Rita Guerreiro zuständig, sie hat an der Lissabonner Medienhochschule audiovisuelle und Multimedia-Kommunikation studiert und lebt seit 2010 in der deutschen Hauptstadt.

Anfangs war es schwer, an Filme heran zu kommen, heute können sie sich vor Vorschlägen kaum retten. Sie arbeiten mit Filmschulen zusammen, inzwischen ist das Festival zu einer Größe unter den Independent-Filmschaffenden von Berlin geworden.

Bei dem Erfolg der Initiative könnte man denken, dass das Festival bald in einen Kinosaal umzieht. Rita Guerreiro verneint das schnell. “Wir möchten weiter in einer Bar bleiben. Das Konzept von Shortcutz ist es, ein kleines, familiäres Ambiente zu schaffen, in dem das Publikum Fragen stellen und mit den Filmemachern reden kann. In einem Kinosaal oder bei einem größeren Festival wäre das nicht möglich.“

Jede Woche führen Moderatoren durch die Veranstaltung, die die Filme vorstellen und die Diskussion leiten. In Berlin übernehmen der Portugiese Hugo Sousa und Natasha Todd.

Die Juri von Shortcutz setzt sich aus Menschen aus dem Filmbereich zusammen und kann auch mit Größen wie zum Beispiel Jan Harlan aufwarten, der von 1969 bis 1999 der Produzent von Stanley Kubrick war. Die Neuigkeit ist in diesem Jahr Marion Pfaus, eine deutsche Regisseurin und Schriftstellerin. Rita Guerreiro möchte 2014 noch mehr Prominenten für das Festival gewinnen.

Am Jahresende veranstaltet das Shortcutz eine Preisverleihung (Alle Details werden wie immer hier auf Berlinda.org veröffentlicht). Hier werden die besten Filme in verschiedenen Sparten gewählt: bester Kurzfilm, beste Commedy, mester Trickfilm, oder bester Schaudpieler. Bis dahin, ist der Mittwoch Kinotag.

 

 

Shortcutz Berlin
Mittwochs,  20.30 Uhr
Bar Lagari
Pflügerstr. 19
12047 Berlin Neukölln

 

 

  

 
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