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Our Madness – Madnesss, von João Viana I Berlinale

Foto "Our Madness", João Viana © Sabine Lancelin

Der Spielfilm "Our Madness" von João Viana wurde im Forum der 68. Berlinale uraufgeführt . Eine wahnsinnige Reise durch die Vergangenheit und die Gegenwart eines Landes, da noch an den Wunden eines Krieges und an der kolonialen und postkolonialen Gewalt leidet. Der Kurzfilm "Madness", ebenfalls von João Viana, hatte sein Debüt in der Wettbewerbs-Sektion Shorts.

 

Meine portugiesischsprachige Filmreise bei der 68. Berlinale begann mit "Our Madness" des portugiesischen Regisseurs João Viana. Eingeordnet ist der Film in der Sektion Forum, welche Filmen gewidmet ist, die sich im Grenzbereich von Kunst und Kino bewegen. "Our Madness" lässt den Zuschauer Ernania auf ihrer Reise durch ein Mosambik begleiten, das sich durch die Zeit, die Erinnerungen, die Symbole, die Geschichte und ihre Folgen ausdrückt.

 

Ernania, eine große, wunderschöne Frau, die auf eine afrikanische Göttin anspielt, ist in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Auf den Lattenrosten der Krankenhausbetten macht sie Musik. Sie hat ihren Sohn und ihren Ehemann zurückgelassen. Eines Tages ergibt sich die Möglichkeit und ihr gelingt es aus dem Krankenhaus zu flüchten . Ernania begibt sich auf eine Reise durch die Tiefe und Mehrdimensionalität Mosambiks. Während diese Reise trifft sie ihren Sohn und später ihren Ehemann wieder.

 

In dem Film wird auf Xitswa und Swahili gesprochen, die Schriften auf den Wänden des Krankenhauses und auf den Straßen sind auf Portugiesisch. Ein subtiler Hinweis auf die kolonialistische portugiesische Anwesenheit, der jedoch eine enorme soziale Sensibilität seitens des Regisseurs widerspiegelt. Ein Film, der die mosambikanische (und afrikanische?) Geschichte und Symbolik mittels einer poetischen Melodie und szenischen Konstruktionen mit theatralem Charme erforscht.

 

Da ich "Madness" direkt nach "Our Madness" gesehen habe, war es für mich schwierig, den Kurzfilm anders zu sehen als ein wildes Essay von "Our Madness". Mit einer sehr fragmentierten Erzählung im Vergleich zum Spielfilm, erschlug mich "Madness" mit einem Wirbel von Wahnsinn. Ob das die Absicht war? Nun, das weiß ich nicht, aber so wirkte es bei mir und es fühlte sich gut an.

 

  

 
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Édi Kettemann

Édi ist ein sehr neugieriger Mensch, der sich für alles interessiert, was er sieht. Er liebt es, Menschen, ihre Bewegungen und Interaktionen zu beobachten. Dies ist wahrscheinlich der Hauptgrund dafür, dass er bereits als Jugendlicher seine Leidenschaft für Film, Theater, Schreiben und Fotografie entdeckte und seitdem pflegt. Nachdem er Elektrotechnik studierte, was ihm die Chance gab, in verschiedenen Ländern zu leben, mit verschiedenen Kulturen zu interagieren und sich mit mehreren Sprachen vertraut zu machen, engagiert er sich bei Kultur- und Bildungsprojekte. Lebt seit 2016 in Berlin.

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