MAGAZIN

Fingertips "Constellation Tour" in Berlin - Gespräch

Foto © Fingertips /Promo

Die portugiesische Band Fingertips ist in Berlin für zwei Konzerten. Die "Constellation Tour" Konzerte finden am 25. November um 19.45 Uhr im Nhow Hotel statt (mit Curly Mess Dj Set um 18.30 Uhr) und Musik & Frieden (verschiedene Bands sind zu sehen, die Türen öffnen um 21.00 Uhr).

Berlinda hatte die Möglichkeit, mit den Fingerspitzen über ihre Karriere, zukünftige Projekte und was von den Konzerten in der deutschen Hauptstadt zu erwarten ist, zu sprechen.

 

Eure Karriere feiert den 16. Geburtsjahr…ist Eure Musik reifer geworden? Seid Ihr anspruchsvoller geworden? Wie habt Ihr Euch musikalisch verändert?

16 Jahre…wenn man es ausspricht, scheint es eine lange Zeit zu sein. Und die Zeit ist so schnell vergangen! Tatsächlich haben wir aber diese Zeit intensiv genossen. Und genau diese Intensität spiegelt sich in unserer Musik wieder. Alle Bühnen, die wir betreten haben, alle Reisen, die Kulturen und Menschen die wir kennengelernt haben… all das hinterlässt Spuren, auch in unserer Musik. Wir sind nicht anspruchsvoller geworden. Wir hatten immer Große Träume und wir glauben auch, dass das die einzige Form ist die es gibt zu träumen. Nicht desto trotz, mit der Internationalisierung der Band wachsen auch die Verantwortungen und Erwartungen.

Welche Neuigkeiten dürfen wir erwarten?

Diese zwei ersten singles zeigen eine andere Seite von den Fingertipps! Eine Energie, die zwar zu unserer DNA gehört, die wir aber nie wirklich ausgearbeitet haben. Vielleicht war es uns sogar nicht bewusst, dass wir diese Lieder in uns hatten, aber Tatsache ist, dass alles sehr spontan und natürlich kam. Und auf der Bühne fühlen sich diese Lieder sehr gut an und dadurch bestätigt sich auch für uns, dass diese Energie schon immer da war. Und das ist das schönste daran. Die weitern Lieder sind auf der gleichen Struktur aufgebaut, zwischen neuen Rhythmen und ruhigeren Lieder.

Der kreative Prozess ein neues Album zu produzieren und gleichzeitig Lieder rauszubringen ist relativ unüblich. Woher kam diese Idee und welche Schlüsse zieht Ihr daraus? Könnt ihr diese Strategie anderen Musikern empfehlen?

Normalerweise ist der musikalische kreative Prozess etwas geschlossenes. Der Musiker schließt sich zurück in eine so genannte spirituelle Welt, mit Instrumenten und Musik und “wartet” auf diesen einen magischen Moment. Und ganz am Anfang funktioniert das auch ganz gut. Später muss man aber verstehen wie sich diese Musik wirklich anhört und das kann man am besten auf der Bühne. Das war die Idee dahinter und es hat ganz gut geklappt. In einigen Fällen haben wir einiges verbessert, in anderen war es von vorne rein perfekt. Aber natürlich ist der kreative Prozess etwas sehr persönliches. Und was sehr gut mit uns funktioniert, muss nicht unbedingt mit anderen Musikern funktionieren.

 

Eure Constellation Tour fängt in Lissabon, Porto und Berlin an. Warum habt ihr euch für Berlin als erste Auslandsbühne entschieden?

Im Februar waren wir in Berlin für zwei Konzerte, ein Großes und ein akustisches.  Das Feedback war sehr gut und einer der Promoter der auf dem Konzert war, fand die Band ganz toll. Er war sogar mit uns auf einem anderen Konzert in Los Angeles. Deswegen dachten wir, es wäre ganz interessant in Berlin anzufangen. Deswegen wissen wir nicht so genau ob wir Berlin ausgesucht haben, oder umgekehrt. Jedefalls freuen wir uns sehr auf Berlin.

Das ist nicht Euer erstes Mal in Berlin. Was hat Euch gefallen und was hat Euch geprägt?

Berlin ist eine Stadt voller Geschichte und Kunst. Bei unserem ersten Besuch hatten wir genau damit Kontakt: wir haben eine Gitarren- und Vocalversion unserer Single, Out of Control, an der berliner Mauer aufgenommen, für unser Play&Go, der daraus besteht an jedem Ort wo wir sind eine akustische Version aufzunehmen. Wir waren am jüdischen Denkmal, wir haben einige Filmaufnahmen auf einer ehemaligen Militärbasis gemacht für unser Dokumentarfilme Hit the Road, wir waren auf einigen Konzerten im DNA, wo wir auch spielen werden und vieles mehr.. Im Großen und ganzen hat uns Berlin fasziniert. Die Stadt scheint uns eine der schönsten Europas zu sein und das alleine ist immer ein Besuch wert.

Berlin und Los Angeles, wo Ihr Euer Album aufgenommen habt, sind Partnerstädte, welche Gemeinsamkeiten oder Kontraste könnt Ihr feststellen?

Die größte Gemeinsamkeit ist auf jeden Fall die Kunst und die Musik! Man spürt die Musik überall! Aber gleichzeitig sind die Städte sehr unterschiedlich: Berlin hat z.B viel mehr Geschichte.

 

Welches Publikum erwartet Ihr in Berlin und welches würdet Ihr gerne sehen?

Das letzte Mal hatten wir ein sehr positives Feedback und das hat sich auch in unsere sozialen Medien gespiegelt. Wir hoffen deswegen die gleiche Gesichte wiederzutreffen und natürlich auch neue.

Wenn Ihr im Ausland spielt, schätzt Ihr es auch Euren eigenen Landsleuten zu treffen?

Ja. Und das passiert uns ziemlich oft. Auf allen unseren Reisen in Los Angeles bis New York, Shanghai oder Rio de Janeiro, Tokio,  Sydney, Singapur, Amsterdam, Toronto, Paris und Brighton, haben wir Portugiesen oder Portugiesischstammende kennengelernt. Ohne Ausnahme!! A propôs die Urgroßmutter unseres Produzenten, Mark Needham, war Portugiesin. Es ist echt lustig, wir Portugiesen sind überall.

Gibt es in Euch und Eurer Musik Portugiesische Eigenschaften?

Im Grunde genommen die Fähigkeit ein Traum zu verfolgen und zu verwirklichen. Jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Und die Erwartungen zu übertreffen, und damit zu zeigen, dass man auch in einem kleinen Land Großes macht.

Interview: Tiago Pais

Übersetzung: Miguel Schältze Raposo

Please reload

Tiago Pais

In Leiria geboren, lebt seit 7 Jahren in Berlin. Tiago hat einen Abschluss in Management von der Universidade Nova de Lisboa. Er Wohnt in Kreuzberg, sein beliebte bezirk, und ist seit Juli 2016 der Präsident von Berlinda. Er.schreibt manchmal für Berlindas Magazin.

Please reload

Freunde von Berlinda e.V. , Heimstr. 3, 10965 Berlin - info@berlinda.org 

BERLINDA 2019 · All rights reserved