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“Não devore meu coração!” (deutsch: "Verspeise nicht mein Herz!”), hat seine Premiere unter der Solo Regie von Felipe Bragança in der Berlinale - Interview

Foto © Duas Mariola Filmes

Geboren 1980 in Rio de Janeiro, hat Felipe Bragança seine Premiere mit dem Spielfilm “Não devore meu coração!”, präsentiert in der Rubrik Generation 14plus der Berlinale. Der Film ist eine Inspiration eines Buches des Schriftstellers Joca Reiners Terron. Die Geschichte handelt von einer Jugendliebe zwischen einem brasilianischen Jungen und ein Guarani Mädchen am Ufer des Flusses Apa, an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguai. Als Kulisse dienen die blutigen Kämpfe in dieser Region Lateinamerikas.
Gründer der Produktionsfirma Duas Mariola Filmes, ist Felipe Bragança kein Neuling auf der Berlinale. 2015 wurde sein Film “Escape from my eyes” auf dem Forum Expanded präsentiert und 2013 seine Co-Produktion zwischen Brasilien und Portugal “Fernando Que Ganhou Um Pássaro do Mar”. Der Regisseur lebte zwischen 2013 und 2014 in Berlin, während seines Stipendiums DAAD und schrieb zu dieser Zeit “Não devore meu coração!”. “ Berlin ist meine Referenzstadt in Europa”, sagte er.
Berlinda hat mit ihm über seinen aktuellen Film, seine Erfahrung in der Berlinale und seine Pläne für die Zukunft gesprochen.

 

“Não devore meu coração!” ist eine Co-Produktion zwischen Brasilien, Holland, Frankreich und Paraguai und war schon auf der World Cinema Competition des Sundance Festivals im letzten Monat. Wie wurde der Film jetzt in Berlin empfangen?
Die Berlinale ist ein besonderes Festival, weil es eine sehr starke Publikum Präsenz hat. Die Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt mit 1000 Leuten werde ich nie vergessen. Die Diskussionen nach den Sessions waren toll. Viele Komplimente an die junge Besetzung – sehr interessant wegen der Geschichte der Region wo wir gefilmt haben.
Sie haben sich von dem Buch “Curva de Rio Sujo” von Joca Reiners Terron inspirieren lassen. Können Sie uns verraten, warum Sie sich dieses Buch ausgesucht haben?
Das war etwas Natürliches. Eine Leidenschaft. Ich habe mich von zwei Kurzgeschichten des Buches inspirieren lassen, die über Liebe und Gewalt erzählen mit jungen Charakteren. Ich habe mich verzaubern lassen, und habe mich mit der Form des Schriftstellers identifiziert eine gewisse Mythologie aufzubauen in Bezug zu den historischen  Ereignissen seiner heimischen Region.
Der Film präsentiert eine Mischung zwischen professionellen und neuen lokalen Schauspielern, nämlich die beiden Jugendlichen die das verliebte Paar spielen, Adeli  Gonzales und Eduardo Macedo. Wie war es mit denen zu drehen?
Es waren 2 Monate Übung und Vorbereitung, damit die beiden sich auf dem Film Set wohlfühlten. Es war ein Zeit der Entdeckung - für Sie und für mich.
Cauã Reymond ist eine der wichtigsten Charaktere des Filmes, Fernando. Wie war es mit einem so bekannten Namen in Brasilien zu arbeiten?
Ich habe Ihn schon vor 4 Jahren eingeladen. Er war schon sehr bekannt, aber war noch nicht da wo er jetzt ist , nämlich einer der besten Namen in unserem TV. Während dieser 4 Jahre haben wir uns unterhalten und auf den richtigen Moment zu filmen gewartet. Cauã wurde zu einem der kreativsten Mitwirker des Filmes. Er machte Vorschläge und Nachforschungen. Er hat nicht nur zu seiner Figur beigetragen, sondern auch zum ganzen Film.
“Não devore meu coração!” war Ihre Premiere in der Solo Regie. Welche waren Ihre größten Herausforderungen und welche Bilanz ziehen Sie aus dieser Erfahrung?
Ich konnte einige Elemente vertiefen, die mich interessieren auf einer sehr indirekten und poetischen Weise. Ich konnte mehr riskieren und war frei für die Improvisation. Auf der anderen Seite hatte ich auch Momente in denen ich mich alleine fühlte ohne die Marina, an denen ich nicht gewöhnt war. Jedenfalls habe ich daraus gelernt welche Wege ich gehen will in den nächsten Filmen.
 
Welche Erwartungen haben Sie jetzt für den Film, nach der Berlinale?
Der Film hat schon mehrere Einladungen zu anderen Festivals und wir haben gerade den Vertrieb in den USA und China geschlossen. Und es wird wahrscheinlich auf einem anderen Plakat in Brasilien noch in 2017 stehen.
Welche sind Ihre Zukunftspläne?
Ich bereite mich auf einen neuen Dreh vor in 2017. Mit Bildern aus Brasilien, Mozambik und Portugal. Und ich schreibe eine Science Fiction Geschichte, die vielleicht zum ersten Spielfilm wird der komplett außerhalb Brasiliens gefilmt wurde. Aber wir gehen Schritt für Schritt. Das Kino ist ein Geheimnis.
Interview: Rita Guerreiro
Übersetzung:  Miguel Schatzle Raposo
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