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Edson Cordeiro - Interview mit dem “dynamischen Phänomen”

Foto © Edson Cordeiro

“Das deutsche Publikum kommt um sich die Show anzusehen, das brasilianische Publikum kommt für die Show.”  

 

Edson Cordeiro wurde in Santo André, São Paulo geboren und fing im Alter von 6 Jahren an zu singen.  Er ist Tenor und seine besondere Eigenschaft ist seine große vielfältige Klangfarbe, wie auch sein eklektisches Repertoire, der aus Opern besteht, bossa nova, jazz und pop. In Wirklichkeit ist es nicht selten Edson Cordeiro Mozart Opern singen zu hören oder Bossa Nova von Tom Jobim. Auf der anderen Seite, interpretiert der Sänger auch Lieder von Edith Piaf, Madonna, oder Amália Rodrigues.
Seine Solo Karriere begann 1990, als er sich in Rio de Janeiro erfolgreich vorstellte und ein Vertrag mit Sony unterzeichnete. Nach dem Erfolg in Brasilien hat Edson Cordeiro sich auch auf dem europäischen Markt durchgesetzt. Der Sänger lebt in Deutschland seit 2007, wo er schon mehrere Alben aufgenommen hat. Im Januar war er wieder in Brasilien für eine Konzertreihe in São Paulo, Recife und Fortaleza. Zurück zur Tournee in Deutschland, war er jetzt in Berlin und Frankfurt. Seine Agenda ist bis Ende des Jahres mit Konzerten gefüllt, wie z.B. in Köln, Stuttgart oder Eisenach. Anlässlich seines Konzertes in Berlin am 11. Februar hat die Berlinda die Möglichkeit gehabt ein wenig mehr über diese Stimme zu erfahren die „die Grenzen der Logik bricht“, wie die deutsche Tageszeitung es formuliert hat.

 

Sie haben sehr früh angefangen zu singen – mit 6. Erinnern Sie sich noch an Ihren damaligen Lieblingsmusikstil oder haben Sie schon alles gesungen?
Ich habe mit 6 gemerkt, dass ich gerne singe, in der evangelischen Kirche die meine Familie besuchte. Dass daraus später meine Berufung werden sollte war mir natürlich noch nicht klar.
Ihr Repertoire beinhaltet Oper, Bossa Nova, Jazz und Pop.  Im Konzert am Samstag den 11. Februar werden Sie “Fado Tropical” singen – seit wann interessieren Sie sich für Fado?
Ich habe schon als Kind zu Hause Amália Rodrigues gehört dank eines TV Programmes: “Caravela da Saudade”, das für die portugiesische Gemeinschaft in São Paulo gedacht war. Meine Familie war nie musikalisch und Musik kam nur in die Wohnung durch den Fernseher, so dass Fado eine meiner Lieblingsmusikrichtung ist.
Was bedeutet für Sie der Fado?
Fado zu singen ist wie einen alten Bekannten zu treffen, zu dem ich irgendwie die Verbindung nicht verloren habe. Trotz der Zeit und Entfernung, fühlt es sich immer so an, als hätten wir uns gestern gesehen. Nur der Fado erlaubt es mir meine Gefühle so auszudrücken. In keinem anderen Musikstil gelingt es mir auf diese Weise. Und natürlich wer diese Gefühle erweckt hat ist die Stimme von Amália Rodrigues.
Sie leben in Deutschland seit 2007. Warum haben Sie sich entschlossen ausserhalb Brasiliens zu leben und warum gerade in Deutschland?
Seit 1994 toure ich durch Europa und Deutschland hat mich sofort umarmt. Seitdem komme ich regelmäßig hierher und hier habe ich auch die Liebe meines Lebens gefunden. Ich bin mit Oliver seit 7 Jahren verheiratet.
Welche Gemeinsamkeiten ziehen Sie zwischen Brasil und Deutschland– kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
Keine Gemeinsamkeit. Das ist das Abenteuer! Ich suche nicht Brasilien in Deutschland und umgekehrt auch nicht. Ich liebe, hasse und gewöhne mich an das Beste und Schlechteste jedes einen.
Sie haben in Deutschland schon aufgenommen, wie z.B. das Album “Paradiesvogel”, in verschiedenen Sprachen (u. a. Deutsch). Wie ist die Herausforderung auf Deutsch zu singen?
Ich habe schon immer auf Deutsch gesungen. Die klassische Musik hat mich dieser wundervollen Sprache näher gebracht und mir gezeigt wie musikalisch und faszinierend Sie ist. Es ist immer eine große Herausforderung in irgendeiner Fremdsprache zu singen, denn wir berühren eine fremde Kultur in Ihrer größten Intimität – die Sprache. Mit Dialekt aus Portugal zu singen, war vielleicht meine größte Herausforderung. Denn in der eigenen Sprache zu singen mit einem anderen Dialekt ist schwieriger als in einer Fremdsprache zu singen. Ich entschuldige mich für meine Fehler, aber ich habe es mit viel Respekt und Bewunderung getan.
Zu letzt, können Sie und ein wenig über Ihr letztes Album erzählen, “Fado”, das in Portugal aufgenommen wurde mit lokalen Musikern?
Miguel Amaral (portugiesische Guitarre) und André Teixeira (Fado Guitarre) waren die Meister, die mich auf diesem Abenteuer “Fado” begleitet haben! Ohne Sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Und natürlich mein Mann, Oliver Bieber, der an mich geglaubt hat und in diese CD investiert hat. Die musikalische Direktion war von Clara Ghimel, eine brasilianische Sängerin, Komponistin und Produzentin, die schon seit vielen Jahren in Portugal lebt. Und natürlich, alleine das tägliche Aufstehen in Porto und in das Studio “Breyner” zu laufen, hat mich sehr inspiriert Fado zu singen.. Ich liebe Portugal, und jetzt kann ich das mit meiner Stimme zeigen.
Interview: Rita Guerreiro
Übersetzung:  Miguel Schatzle Raposo
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