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Die Harfe in der brasilianischen Musik – Interview mit Cristina Braga

Foto © Cristina Braga

Cristina Braga Harfe Spielerin uns Sängerin, ist für die Verbreitung der Harfe in Brasilien auf der ganzen Welt bekannt. Sie selbst sagt, dass die Harfe die geographische Form Brasiliens hat und deshalb es sich anfühlt als hätte man Brasilien in der Hand.

Sie ist die erste Harfe Spielerin des „ Theatro Municipal do Rio de Janeiro“ zwischen 1993-2016 und hat schon mit grossen Namen der brasilianischen Musik gearbeitet wie Gal Costa, Chico Buarque oder Marisa Monte.
Sie ist auch Harfen Lehrerin in der Universität in Rio „Universidade Federal do Rio de Janeiro“.
Cristina Braga ist der Beweis dafür, dass die Harfe nicht nur für Orchestern gemacht wurde - Sie hat auch eine brasilianische Seele. Cristina Braga nimmt mit der gleichen Leidenschaft in vielen Projekten der klassischen Musik und Volksmusik teil in denen Sie Samba, choro oder Bossa-nova spielt. Anlässlich Ihres Konzertes am Samstag den 21. Januar in der Apostel-Paulus-Kirche, hat die Berlinda Sie interviewt. Sie hat uns mehr über Ihre musikalische Laufbahn erzählt, über Ihre Erfahrung auf deutschen Bühnen und hat uns auch Ihre aktuellen und zukünftigen Projekte verraten.

 

Wie sind Sie zur Harfe gekommen? Wurden Sie von Ihrer Familie oder Eltern motiviert oder durch Ihre eigene Initiative? In welchem Alter haben Sie angefangen zu spielen?
Ich habe mich schon immer für Musik begeistert. Seit ich klein war. Es ist wie eine magische Welt, die man in verschiedenen Dimensionen entdeckt. Manchmal ist es so als könnte ich noch eine Aufnahme von Tom Jobim hören, die mein Vater mir zum schlafen gab zusammen mit Mozart und Nat King Cole…. Meine Mutter sagt, dass ich mit drei Jahren durch die Wohnung gehüpft bin und gesagt habe, dass ich Harfe spielen werde. Ich habe mit 5 angefangen Klavier zu spielen und mit 11 Harfe. Ich hatte das Glück zwei Grosstanten zu haben, die selbst Musikerinen waren und mir mein erstes Instrument gaben und mich mit viel Liebe zum Musikunterricht gebracht haben.
Wie entstand der Wunsch, die verschiedensten musikalischen Stile zu erkunden: samba, choro, bossa, klassische und Volksmusik?
Musik ist Musik. Eine Sprache der Gefühle…Ein Sound ist etwas sehr starkes, eine Wissenschaft die über die Kunst hinausgeht. Sie ist in allen Dingen präsent, in jeder Art von Gestaltung. Das Wort „Pessoa“ kommt vom Latein „per – sona“ – bedeutet: derjenige durch dem der Sound durch geht. Ich habe mich nie durch Definitionen leiten lassen.. ich liebe viele verschiedene Lieder und Sounds, wie der des Windes oder die Stimme von jemandem der gerade ein Keks gegessen und Maracuja Saft getrunken hat.
 
Nach diesem Konzert in Berlin am 21. Januar werden Sie auch in anderen deutschen Städten auftreten wie z.B. Neuburg und Offenberg. Wie ist es auf Tour in Deutschland zu sein? Und wie würden Sie das deutsche Publikum beschreiben?
Sie lieben die Musik. So wie wir , Brasilianer und Portugiesen. In Brasilien hat die Musik viel mit Sehnsucht, aber auch mit Festen, zusammenkommen der Menschen und Freude zu tun. die Menschen trällern durch die Straßen… die verborgene Tradition in Rio de Janeiro, die sehr stark, lebendig und pulsierend ist, ist der Samba. An einem Montag ab 15h kann man Samba auf den Straßen erleben mit 1500 Leuten, ohne dass man darüber in den sozialen Medien oder in den Medien allgemein darüber erfährt. In Deutschland sind es die Chöre, die Orchestern….. die geschlossenen Augen in den Konzerten. Ich liebe es hier zu spielen.
 
Aber Sie singen nicht nur: Sie sind auch Harfe Lehrerin an der “Universidade Federal do Rio de Janeiro” und sind an anderen Projekten engagiert wie z.B. das “Uaná Etê”, ein Garten in den Bergen des Inneren von Rio de Janeiro oder das Festival „Flor Atlântica!“. Wie schaffen Sie es so viele Aktivitäten gleichzeitig zu meistern?
Mit viel Freude am Leben (grinst) Das “Uaná Etê” ist ein Traum, damit die Menschen an die wichtige Rolle der Musik denken. Wir  pflanzen wunderschöne Gärten, aber auch ein Wald mit Glocken, eine äolische Harfe…Pfade mit Tönen… wir haben Musiker aus aller Welt für dieses Projekt empfangen.. Spielen ist meine Leidenschaft…ich liebe Spielen. Und ich liebe es zu teilen, z.B. das was ich von meinen Schülern lerne.   
Zurück zum Festival  “Flor Atlântica”, auf der Webseite steht, dass da Vorträge über Pflanzen gehalten werden, Ausstellungen in Wäldern, Gedichte, Vorlesungen in historischen Gebäuden mit Blumen… können Sie uns die Idee des Festivals erklären?  
Flor Atlântica ist ein brasilianisches Frühlingsfest, eine Umarmung der Natur, ein Gedanke über die Notwendigkeit der Schönheit. Darüber, dass wir immer mehr elektronischer werden, aber nicht vergessen sollten wie wichtig die Schönheit einer Blume ist, einer Harmonie, ein live Achord. …In den ersten Künstlerischen Ausgaben, hatten wir Künstler, Denker, Schriftsteller, Landschaftsgärtner, wie z.B. Roberto Menescal oder Jorge Mautner über Lieder der Natur, Lenine über seine Leidenschaft zu Orchideen, Lucélia Santos über Ihr Gärten, Heloísa Crocco und Chico Gouveia Architekten und Designer über die Natur der alltäglichen Objekte, Maritza de Orleans und Bragança Landschaftsgärtner über Labirinte, wir haben Vögel fliegen lassen neben Poesie…Zezé Motta und Carol Castro haben die Briefe von Padre José de Anchieta über die brasilianische Natur gelesen, Lucinha Araújo hat die Blumen von Cazuza rezitiert…Die nächste Ausgabe ist vielversprechend!!!
Und wird die bald kommen?
Ja, vom 6. Bis 10.  September wenn Gott will!
Was sind Ihre Projekte für die Zukunft – Konzerte, Tourneen?
Ich arbeite an einem Projekt mit Partituren: Arrangements und Lieder von mir und Ricardo (Medeiros), es ist ein neues Album , das Thema ist noch geheim…!
Interview: Rita Guerreiro
Übersetzung:  Miguel Schatzle Raposo
 
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